Zimtpflanze

 

 

Der Ceylon-Zimtbaum (Cinnamomum verum, Synonyme Cinnamomum zeylanicum oder Cinnamomum ceylanicum),
der die Quelle des Gewürzes Zimt (v. mittelhochdt.:"zinemin"; lateinisch "cinnamomum", griechisch "kinnámomon", aus dem Semitischen) ist, stammt aus der Familie der Lorbeergewächse (Laureacae).
Er zeichnet sich dadurch aus, dass seine großen, rechteckigen Blätter im jungen Stadium leuchtendrot sind und später dunkelgrün mit weißen Blattadern werden. Das Aroma des Zimtbaumes geht auf das in ihm enthaltene Zimtöl zurück, das zu 75 Prozent aus Zimtaldehyd besteht.

Historie

Zimt ist eines der ältesten Gewürze, das angeblich schon 3000 v. Chr. in China als Gewürz verwendet wurde. In Europa des 16. bis 18. Jahrhundert galt Zimt als eines der besonders teuren und kostbaren Gewürze. So verbrannte der Kaufmann Anton Fugger 1530 die Schuldscheine Karls V. vor dessen Augen in einem Feuer aus Zimtstangen und demonstrierte damit seinen Reichtum.

 

 

 

Familie: Ölbaumgewächse

Als Zimt wird die abgeschälte und getrocknete Rinde dünner Zweige des in den Tropen heimischen immergrünen Echten Zimtbaumes bezeichnet. In der Gattung der Zimtbäume gibt es 275 Arten, von denen mindestens fünf ebenfalls zur Zimtgewinnung herangezogen werden. Der beste Zimt ist allerdings der Ceylon-Zimt, der vom Echten Zimtbaum stammt.
Ebenfalls häufig verwendet wird in Asien Kassia- Zimt oder chinesischer Zimt, der vom Chinesischen Zimtbaum (C. aromaticum = C. cassia), der in Südchina beheimatet ist, gewonnen wird. Zimt wird in China seit mindestens 4400 Jahren verwendet, möglicherweise auch schon seit 6000 Jahren. Die Ägypter kannten und verwendeten den Zimt schon 1600 v. Chr. als Gewürz und Heilmittel.
Zur Zimtgewinnung werden von den in Kulturen (den so genannten Zimtgärten, die den hier bekannten Korbweidenkulturen ähnlich sind) gehaltenen Zimtbäumen nach 1-2 Jahren die bis zwei Meter langen Schösslinge abgeschnitten. Ihnen wird die Rinde abgezogen und gebündelt unter Matten für 1-2 Tage fermentiert. Anschließend werden die äußere und innere Rindenschicht entfernt und die verbleibende, gereinigte Rinde an der Sonne getrocknet. Dabei entsteht die charakteristische Form. Mehrere dieser Stücke werden ineinander geschoben und bilden nun die Zimtstange. Die beste Qualität sieht hell aus und macht den Eindruck von aufgerolltem, trockenen Papier, denn je dünner die Rindenstücke, desto feiner ist der Geschmack

 

 

Zimt als Gewürz

Als Gewürz – vor allem für Süßspeisen, Gebäck und Glühwein - verwendet man die Rinde (lateinisch Cortex Cinnamomi) des Ceylon-Zimtbaums und zwar die dünne Innenschicht, die sich röhrenartig zusammenrollt. Neben diesem so genannten Stangenzimt ist auch gemahlener Zimt im Handel. Aus den Abfällen wird das Zimtöl gewonnen, das zum Aromatisieren von Likören sowie als Duftstoff in der Parfümindustrie verwendet wird. Regional werden die Blätter ähnlich wie Lorbeerblätter verwendet.

 

Zimtstangen

Der Gewürzhandel unterscheidet zwischen dem in Sri Lanka heimischen Ceylon-Zimtbaum (Cinnamomum ceylanicum) und dem etwas schärfer würzenden, aus China stammenden Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia). Bis in die sechziger Jahre war Vietnam die wichtigste Quelle des Cassia-Zimtes, durch die Auswirkungen des Vietnam-Krieges wurde die Zimtproduktion im Hochland von Sumatra (Indonesien) forciert.

 

Zimt zur Senkung des Blutzuckerspiegels

In einer Studie, die am Forschungszentrum für Landwirtschaft und Ernährung in Beltsville (USA) durchgeführt wurde (Bericht darüber [1] (http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=232725)), stellten Wissenschaftler fest, dass selbst geringe Mengen an Zimt im Essen den Blutzuckerspiegel senken.

Grund dafür ist der Bestandteil MHCP (Methylhydroxy-Chalcone-Polymer) im Zimt, der im Experiment ähnlich wie Insulin wirkt und somit die Aufnahme von Zucker in die Zellen unterstützt.

In einer Studie mit Personen, die an Diabetes 2 leiden, stellte man fest, dass diejenigen, die täglich einige Gramm Zimt zu sich nahmen, einen um die 20 Prozent geringeren Blutzucker-Wert hatten als eine Kontroll-Gruppe. Teilweise verschwanden sogar die Symptome der Erkrankung. Nach Absetzung der Zimt-Therapie kehrten die Beschwerden wieder zurück.

MHCP senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern verringert auch den Fett-Anteil und die Cholesterin-Menge im Blut.

 

Zimtöl

Zimt enthält Zimtöl, ein ätherisches Öl, dass in der Parfümerie und zur Likörfabrikation eingesetzt wird. Außerdem zeigen neue Forschungsergebnisse, dass Zimtöl ein außerordentlich wirksames Insektizid ist. Die wichtigsten Bestandteile des Zimtöles sind Zimtaldehyd, Eugenol und Zimtsäure.

Zimt in der Umgangssprache

In der Umgangssprache ist Zimt etwas, das man für dumm, unsinnig, wertlos hält, was einem lästig ist ("red' nicht solchen Zimt!"). Diese Begriffsänderung des Wortes Zimt leitet sich aus dem Rotwelschen (Gaunersprache) ab. Dort stand das Wort Zimt für Gold, da dieses aber durch Beimengungen häufig gefälscht wurde, sagte man zu jemandem 'mach' keinen Zimt', wenn man ihn als Fälscher bloßstellen wollte.

Zimtstangen

Zimt bei Diabetes

 

 

Zimt statt Insulin?

Von Dipl. oec. troph. Monika Haas - 09.12.2003
 

 

Ziel der Studie war es zu untersuchen, ob Zimt einen Einfluss auf den Blutzucker-, Triglycerid-, Gesamtcholesterin-, HDL-Cholesterin- und LDL-Cholesterinspiegel bei Menschen mit Typ 2-Diabetes hat.

Ein Kollektiv von 60 Personen mit Typ 2-Diabetes, davon 30 Männer und 30 Frauen (durchschnittliches Alter 52,2 ± 6,32 Jahre), wurde randomisiert sechs Gruppen zugeordnet. Gruppe eins, zwei und drei verzehrten über 40 Tage täglich 1, 3 respektive 6 g Zimt. Gruppe vier, fünf und sechs erhielten über die gleiche Zeitdauer ein entsprechendes Placebo. Eine Washout-Phase von 20 Tagen schloss sich an.

Ergebnisse:
Nach 40 Tagen, konnten bei den Typ 2-Diabetikern, die den Zimt in jeweils unterschiedlichen Konzentrationen zu sich genommen haben, sowohl beim Nüchtern-Blutzucker als auch bei den Blutlipiden, im Vergleich zur Kontrollgruppe, geringere Spiegel nachgewiesen werden.

Nüchtern-Blutzucker

- 18–29%

Triglyceride

- 23–30%

LDL-Cholesterin

- 7–27%

Einfluss von Zimt auf Blutzucker und Blutlipide

Keine signifikanten Veränderungen konnten hingegen in der Placebogruppe festgestellt werden. Veränderungen hinsichtlich des HDL-Cholesterins waren nicht signifikant.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die tägliche Aufnahme von 1, 3 oder 6 g Zimt, den Blutzucker, die Triglyceride, das LDL-Cholesterin und das Gesamtcholesterin bei Typ 2-Diabetikern senken kann. Die Berücksichtigung von Zimt in die Ernährung von Typ 2-Diabetikern könnte die mit Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen assoziierten Risikofaktoren reduzieren.

(05.12.2003)

Quelle:
Khan A, Safdar M, Khan MMA, Khattak KN, Anderson RA
Cinnamon improves glucose and lipids of people with type 2 diabetes Diabet